| Chiemgauer Gipfeltouren
Die Chiemgauer Berge sind ein kleines Stück des grossen Alpenbogens, doch was
diese grünen bewaldeten Berge mit ihren felsigen Kämmen hoch aus ihrer Nachbarschaft
hebt, ist die überwältigende Sicht in die Zentralalpen und hinab auf die blaue Flut des
Chiemsees mit seinen drei Inseln. Wie ein Spiegel liegt es da, das Bayrische Meer,
eiszeitliches Relikt vor den über tausend Metern aufragenden Gipfeln, umgeben von
hügeligem Land, wo zwischen Wiesen und Wäldern die behäbigen Dörfer liegen. Von der
grössten der drei Inseln, von Herrenwörth, grüsst das Schloss König Ludwigs II, und
auf der benachbarten Fraueninsel ragt der Turm des Münsters, ein freistehender Campanile,
in den weiss- blauen Himmel. Ein Land wie geschaffen für Erholung und Naturgenuss, für
Erlebnisse von Kultur und Geschichte, für Wandern und Bergsteigen.
Hochstaufen, 1771m und Zwiesel 1782m
Die Überschreitung dieser beiden Gipfel gehört zu den grossen Chiemgauer Touren. Der
Hochstaufen, der Chiemgauer Alpen, hebt sich als mächtiger Felsberg aus seinem umgebenden
Waldgürtel. Sein Nachbarberg, der Zwiesel, ist zwar noch elf Meter höher, bietet aber
nicht ganz diesen schroffen Eindruck. Zu Füssen dieser beiden Charaktergestalten liegt
ein blinkendes grünblaues Wasser, der Frillensee, gespeist von unterirdischen Quellen,
die aus den darüber aufragenden Felsmassiven kommen. Deutschlands kältester See, der am
längsten Eis trägt und der sich im Sommer nur ganz langsam erwärmt. Ein Wunder der
Natur. Auf dem Weg über die beiden Gipfel sieht man dieses Seeauge von fast jedem
Punkt.
Anfahrt:
Vom Hotel 833-chie in Inzell fährt man mit dem Rad oder dem Auto entlang
saftig-grüner Wiesen die dreieinhalb Kilometer nach Adlgass, 785 m, das erst nach
der Tour aufgesucht wird.
Aufstieg:
Entlang des Baches im Schatten eines Mischwalds steigt man hinauf zum sonnigen Frillensee,
922 m. Dort folgt man dem Wegweiser zum "Staufen". Es gibt mehrere
Wege im Wald, auch eine breite Forststraße, die aber ignoriert wird. Sie führt bis etwa
1100 Meter, die Wege aber vereinen sich kurz danach zu einem einzigen und der führt, sehr
gut angelegt, durch eine wilde Felsenlandschaft zum Gipfelkreuz. Schon nach dem Verlassen
des Waldes hat sich eine grosse Sicht aufgetan: hinüber zum im Dunst verschwimmenden
Chiemsee, hinaus auf die Hügel des bayrischen Vorlandes, hinab zum Häusermeer von
Salzburg. Diese Sicht wird dann auf dem höchsten Punkt umfassend. Mächtig stehen die
Berchtesgadener Berge da, Steinernes Meer, Leoganger, Loferer, Reiteralp und weit im
Süden die Tauern. Gegenüber das Lattengebirge mit dem Predigtstuhl und seiner Seilbahn,
die von Reichenhall emporführt. Wenige Meter unter dem Gipfelkreuz entdeckt
man, dass
sich dort eine Hütte an die Felsen duckt, das Reichenhaller Haus. Dort können Durst und
Hunger gestillt werden, denn es steht ja noch etwas bevor.
Übergang zum Zwiesel:
Man steigt westwärts zunächst am Grat ab und nehmen an der Weggabelung den Weiterweg
Richtung Mittelstaufen, Zennokopf und Zwiesel. Für die nächste Dreiviertelstunde ist
Trittsicherheit wichtig, denn nun ist es alpin geworden. Es ist aber nirgends schwierig.
Im Gipfelbereich des Zwiesels, 1782 m, laden freundliche Wiesen dann zum Rasten ein. Auch
hier kann man ein umfassendes Gipfelpanorama genießen.
Abstieg zum Frillensee:
Auf dem Grat geht es weiter westlich in Richtung Gamsknogel. Noch bevor man diesen Gipfel
erreicht, leitet nach rechts (nördlich) ein Steig in die Tiefe. Direkt
darunter der Frillensee. In einer imposanten Felsszenerie steigt man tiefer,
erreicht den Wald und
bald einmal heißt es "Zum Frillensee". Bis zum Wirtshaus Adlgass sind es dann
noch 20 Minuten. Dort, in einem gemütlichen Wirtshaus oder eine original bayrische
Brotzeit mit einer Radlermass.
Beste Zeit:
Juli, August, September. Im Juni können auf der Nordseite noch gefährliche Schneereste
liegen. |
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